Suche nach Urteilen

LG Frankfurt/Main: Falschangaben im Rahmen einer Onlineversteigerung

  • Datum: 2007-07-01
  • Gericht: LG Frankfurt/Main
  • Quelle: Urteil des LG Frankfurt/Main vom 31.01.2007
    2-16 S 3/06
    Pressemitteilung des LG Frankfurt/Main
  • Aktenzeichen: 2-16 S 3/06

Urteilstext

Falschangaben im Rahmen einer Onlineversteigerung

Eine Frau bot bei eBay ein Teeservice zum Verkauf an. Das Service wurde in die Rubrik "Kunst und Antiquitäten: Silber: 800 bis 925" eingestellt und mit den Worten "Echt Silbernes Teeservice!! Neu!! TOP QUALITÄT" beworben. Ein eBay-Teilnehmer ersteigerte das Service zu einem Preis von 30,50 Euro. Der Erwerber ließ das angeblich so wertvolle Porzellan nach seiner Echtheit überprüfen. Dabei stellte sich heraus, dass die Verzierungen nicht aus Silber, sondern aus Billigmetall waren. Da der Wert eines echt silberner Services ca. 950 Euro betragen hätte, verlangte der Käufer Schadensersatz in Höhe der Differenz zum Kaufpreis, somit 920 Euro.

Das Landgericht Frankfurt am Main gab dem Käufer Recht. Falschangaben eines Verkäufers im Rahmen einer Onlineversteigerung lösen nicht nur einen Anspruch auf Rückabwicklung des Kaufvertrages, sondern auch einen Anspruch auf Schadensersatz aus. Der eBay-Verkäuferin half auch nicht, dass sie die falschen Angaben im Vertrauen auf die Angaben ihrer Mutter gemacht hatte, die das Porzellan als "echt Silber" bezeichnet hatte. Wer derartige Angaben im Rahmen einer Produktbeschreibung macht, muss sich vorher von ihrer Richtigkeit überzeugen.

Zurück

NEWS

Abmahnungen als Geschäftsmodell: Regierung geht gegen Abmahn-Missbrauch vor...

Berlin. Die Bundesregierung will finanzielle Anreize für Abmahner verringern und Voraussetzungen für Abmahnungen hochschrauben. Damit soll gegen Unternehmen vorgegangen werden, die gezielt nach kleinen Fehlern in Internetauftritten suchen und daran verdienen. weiter...


Anti-Piraterie-Anwalt bekennt sich in anrüchigem Honeypot-Fall...

Abmahnanwälte haben nicht den besten Ruf. Das liegt natürlich an ihrem Geschäftsmodell. Denn um die Copyrights und das Wohlergehen der Künstler und sonstiger Urheber geht es ihnen nie. Stattdessen wollen sie zumeist Filesharer einschüchtern. weiter...


BGH: Betrug mit Abmahnungen ist strafbar

Eine Abmahnung kostet Händler Nerven und oftmals viel Geld, denn nicht selten werden vierstellige Beträge für einen Verstoß verlangt. Noch schlimmer ist es deshalb, wenn Abmahnungen dazu benutzt werden, sich auf Kosten anderer zu bereichern. weiter...


Abofallen

Ein ziemlich gemeiner Trick besteht darin, Angebote so zu gestalten, dass beim Erstkontakt der Hinweis auf die Kostenpflicht fehlt. Sobald man das Angebot angenommen hat weiter...

Betrug per E-Mail

Internet-Betrüger schrecken vor keinem Weg zurück, der dazu geeignet ist, potentielle Opfer übers Ohr zu hauen. Ob Geldgier oder Liebessehnsucht, alles ist willkommen. Besonders perfide sind Methoden weiter...

Falsche Verträge

Per e.mail (meist als PDF-Datei) werden Verträge gesandt, die angeblich direkt vom Anwalt kommen oder eine ausländische notarielle Bestätigung enthalten. In diesem Format lassen sich Fälschungen jedoch nur allzu leicht weiter...